Vergütungsformen & Höhe

So etabliert wie im angelsächsischen Raum (USA, Großbritannien) ist der Beruf Redenschreiber in Deutschland noch lange nicht. Allerdings muss zwischen freiberuflich tätigen und fest angestellten Redenschreiber unterschieden werden. So genießen Redenschreiber im Angestelltenverhältnis bei privaten Unternehmen oder öffentlichen Institutionen einen festen Status als Arbeitnehmer, eine feste Position (klassische Bezeichnung „Referent“), eine fest definierte Aufgabe und letztendlich ein festes vertraglich abgesichertes Einkommen. Je nach Größe des Arbeitgebers ist hierbei ein Gehalt bis 100000 € real möglich.

Dagegen ist die Lage der als Freiberufler tätigen Redenschreiber ganz anders. Denn für die frei schaffenden professionellen Redenschreiber sind sowohl der Markt als auch die Rahmenbedingungen der Vergütungs- und Honorarstrukturen noch diffus und sehr „elastisch“. Unverkennbar ist de Arbeit des Redenschreibers immens vielseitig. Sie erfordert vielfältige berufliche Kenntnissen und Erfahrungen, zahlreiche Fertigkeiten, Kreativität und Ausdauer, verbunden ist sie in der Regel mit einem sehr hohen Zeitaufwand. Außerdem haben freiberufliche Redenschreiber die üblichen Kosten des Freiberuflers zu tragen, wie Büroausstattung und Arbeitsmittel, Kranken- und Pflegeverscherung. Ferner müssen sie sich um die eigene Altersvorsorge kümmern und Steuern zahlen. Für all das kann zu Recht ein hoher Preis verlangt werden.

In der Anfangszeit des Redenschreibers sind seine Reden „No Name“ Produkte und daher günstig. Später, wenn er lange Berufserfahrung und einen treuen Kundenstamm hat, kann er für sie ein mehrfach höheres Honorar verlangen. Hierfür gibt der VRdS gewisse Honorarempfehlungen, die auf Erfahrungswerte seiner Mitglieder basieren. Ferner gibt er hilfreiche Tipps Betreff der Faktoren, nach denen der Preis einer Rede kalkuliert werden kann. Und zwar: die Rede als Produkt, die gesellschaftliche Stellung des Redners und die Qualität (Berufserfahrung) des Redenschreibers. Gemessen wird eine Rede zudem an Länge und Schwierigkeitsstufe sowie am Teil der vom Redenschreiber selbst erbrachten Recherchen. Überdies beeinflussen den Preis der Rede die Position des Redners (Manager, Politiker, Privatperson) und die Zuhörer (Anzahl, Zusammensetzung).